Was man zu automatisierten externen Defibrillatoren (AED) wissen sollte

Rechtliche Aspekte

 

Auch wenn Jedermann einen AED anwenden darf und soll, handelt es sich doch um ein aktives Medizinprodukt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen regelt die Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) in der neuesten Fassung (https://www.gesetze-im-internet.de/mpbetreibv). Für die Erfüllung/Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben ist stets der Betreiber (also i.d.R. der Besitzer) verantwortlich.


Besonders zu beachten:

- Am Betriebsort muss eine dokumentierte Erstinbetriebnahme durchgeführt und eine beauftragte Person in die Handhabung eingewiesen werden.

- Der Betreiber muss ein Medizinprodukte-/Gerätebuch führen und vorhalten.

- Seit 2017 ist alle zwei Jahre eine sicherheitstechnische Kontrolle (STK) durchzuführen.

 

Betriebswirtschaftliche / Kosten-Aspekte zur Anschaffung und zum Betrieb eines AED


Mittlerweile werden AED-Geräte, insbesondere im Online-Handel bereits ab 799 € angeboten. Nicht selten sind dann jedoch für solche Geräte die Betriebskosten (durch Austausch von hochpreisigen Batterie und Elektroden) so enorm, dass innerhalb von 10 Jahren nochmals der selbe Betrag investiert werden muss. Wichtig: Vergleichen Sie nicht nur die Kosten zur Anschaffung eines AED, sondern berücksichtigen Sie auch die Folgekosten. Einen realistischen Vergleichswert erhalten Sie bei einem Betrachtungszeitraum von 8 oder 10 Jahren. Beachten Sie eventuelle Kosten für Erstinbetriebnahme, Einweisung und Dokumentation Ihres AED am Betriebsort. Manche Vertreiber rechnen diese aus dem reinen Gerätepreis „heraus“ und bieten diese als separate Dienstleistung für 100-250 € separat an.

 

Anwendungsrelevante / fachliche Aspekte


Die aktuellen Leitlinien empfehlen den Einsatz von Echtzeit-Feedbacksystemen. Hierdurch erhält der Helfer vom Gerät eine unmittelbare Rückmeldung/ansage und Hilfestellung zu Optimierung seiner Herzdruckmassage (z.B. „fester drücken“ / „schneller drücken“ oder „HLW gut“). Hochwertige Geräte verfügen darüber hinaus über eine Energieanpassung an die individuellen Bedürfnisse des Patienten. Vor der Schockabgabe erfolgt eine sog. Impendanzmessung über die angelegten Elektroden. An Hand des Ergebnisses wird die Energiemenge geregelt.